„Licht & Lyrik“ – 60 Jahre Poesie von Klaus Ender

Es ist ein beeindruckendes Lebenswerk eines außergewöhnlichen Künstlers. In diesem Jahr hätte Klaus Ender (1939 – 2021) sein 60. Berufsjubiläum begangen. Anlass genug,
einen besonderen Ausstellungsort zu wählen. Im Kulturspeicher fand bereits die erste Ausstellung (Akt & Landschaft) nach seinem Tod statt. Die jetzige Exhibition umfasst die
gesamte Bandbreite seines künstlerischen Schaffens.
Von A wie Akt bis Z wie Zitate erwarten den Besucher ca. 90 bewegende Werke, wunderbare Bild-Text-Kombinationen und faszinierende „Lichtbilder“, ergänzt von Sondertechniken
wie Infrarot oder Verfremdung bis hin zur Abstraktion. Den Naturliebhaber faszinierte besonders die Schönheit im Detail – die Strukturen der Blätter, die Farbenpracht der Blumen, das Filigrane der Gräser und besonders das Glitzern auf dem Meer. Das Wechselspiel von Licht und Schatten, Schärfe-Unschärfe-Kombinationen, Gegen- und Streiflicht waren seine Passion. Langzeit- und besonders Doppelbelichtungen zeigen die große Kreativität des „bildenden Künstlers der Fotografie“. Der Schöngeist liebte die Stille und oft wird diese in seinen Bildern sichtbar. Sie strahlen eine tiefgehende Ruhe aus. Seit 2002 widmete er sich wieder verstärkt der Lyrik, schrieb Gedichte und Aphorismen. Im gleichen Jahr gründete er seinen eigenen Verlag, in dem weiterhin Bücher, Kalender
und andere Produkte entstehen.
Die Ausstellung „Licht & Lyrik“ verbindet auf wunderbare Weise seine brillanten Bilder mit seinen tiefsinnigen Gedichten und aussagestarken Aphorismen. Besonders die in der Ich-Form verfassten Gedichte zeigen eine große Verbundenheit mit der Natur, offenbare aber auch einen tiefen Einblick in die Persönlichkeit des Einzelkämpfers. Der Aphorismus – rhetorisch reizvoll, pointiert und mit philosophischer Bedeutung – war ein Schwerpunkt seiner lyrischen Arbeit. Bekannt wurde Klaus Ender in den 1960er Jahren vor allem durch seine ästhetischen Aktaufnahmen, publiziert in „Das Magazin“ und vielen anderen Zeitschriften. Mit der von ihm 1975 initiierten ersten Aktausstellung in der DDR schrieb er Geschichte. Sein fotografischer Stil prägte die Aktfotografie der 1960er bis 1980er Jahre mit. Er erhielt viele Auszeichnungen, darunter den Titel ARTISTE FIAP (AFIAP). In der Aktfotografie zählte für den Ästheten die natürliche Sinnlichkeit. Die Harmonie zwischen dem Akt und der umgebenden Landschaft darzustellen, war ihm ein großes Anliegen. Viele seiner unverwechselbaren Aufnahmen entstanden an den Stränden der Insel Rügen mit dem Meer als Kulisse.
Die Natur- und Landschaftsfotografie betrieb er mit gleicher Leidenschaft. Die Liebe zur Natur, die für ihn Kraftquelle und Inspiration zugleich war, entdeckte Klaus Ender bereits als Kind, die zur Fotografie in Jugendjahren. Die Begeisterung für beides hat ihn nie verlassen. Seine Kreativität bewahrte sich der Freigeist bis zum Schluss.
Die 45-minütige Dokumentation „Klaus Ender – Wenn Bilder eine Seele haben…“ wird während der Ausstellung gezeigt. Der Film beschreibt sein beeindruckendes Lebenswerk und den ungewöhnlichen – oft steinigen Weg vom Amateur zum renommierten Berufsfotografen auf bewegende Weise. Während der gesamten Ausstellung werden die Bücher und andere Publikationen von
Klaus Ender zu erwerben sein, darunter auch der Kalender „Akt mit Takt“ 2027. Wer seine legendäre Ausstellung „Akt & Landschaft“ besuchen will, kann dies noch bis 16. Aug. 2026 im Natur-Museum Goldberg und bis 1. Nov. 2026 im Vogtländischen Freilichtmuseum Landwüst bzw. im Topaswelt-Mineralienzentrum in Muldenhammer.